Fotofalle 4

„Fotofalle 4“/2019: Eckhardt Köhn: Eduard Wasow und das Ende der Kunstfotografie (ca. 140 Seiten), ISBN 978-3-00-063105-4 (29 Euro) – erschienen Anfang September 2019

Als „Bahnbrecher der modernen Porträtfotografie“ hat Karl Wolfskehl den Münchner Fotografen Eduard Wasow bezeichnet. Das ist sicher richtig, aber man könnte auch behaupten, dass seine eigentliche Leistung als Fotodidaktiker und Pädagoge darin bestanden hat, in Deutschland das Ende der Kunstfotografie zu verkünden und mit seinen eigenen Arbeiten für eine neue, sachliche Bildsprache einzutreten. Während seinen Freunden aus der Münchner Gestaltungsavantgarde der späten 1920er Jahre, Jan Tschichold, Franz Roh und Paul Renner, diese Rolle Wasows durchaus bewusst war und sie in vielfältiger Form mit ihm zusammengearbeitet haben, hat die einschlägige Forschungsliteratur bis heute nichts von seiner Bedeutung als „Limes-Figur“ des Übergangs von der Kunstfotografie zum Neuen Sehen wahrgenommen. Nach 1933 begann für Wasow eine schwierige Phase, die aus persönlichen Gründen eine Form der taktischen Anpassung zur Folge hatte, ehe 1944 mit der vollständigen Zerstörung seines Ateliers durch einen Bombenangriff seine fotografische Karriere zu Ende ging. Eduard Wasow hat einen legitimen Anspruch auf einen Platz in der deutschen Fotogeschichte des 20. Jahrhunderts. Die im August 2019 erscheinende  „Fotofalle 4“  möchte dazu beitragen, ihm Geltung zu verschaffen.
Eduard Wasow: Der Schriftsteller Hermann Bahr (1933)