Fotofalle 3

„Fotofalle 3“/2017: Eckhardt Köhn (Hg.): Yolla Niclas und Alfred Döblin; 140 Seiten, ISBN 978-3-00-057707-9 (24 Euro)

Freunden der Literatur, vor allem Kennern des Werkes von Alfred Döblin, war der Name Yolla Niclas seit langem bekannt, geisterte er doch seit Jahrzehnten durch die germanistische Forschung. Zu lesen war allerdings immer nur, dass sie über Jahrzehnte seine „Seelenverwandte“ und Geliebte gewesen sei. In Wahrheit war sie eine äußerst talentierte und eigenständige Fotografin mit einer Vorliebe für Porträts und Alltagsaufnahmen. Nachdem sie als Jüdin 1933 in Deutschland nicht weiterarbeiten konnte, emigrierte sie nach Paris und arbeitete für verschiedene Zeitschriften. Später veröffentlichte sie in den USA, wo sie von Alfred Stieglitz gefördert wurde, mehrere mit Fotografien illustrierte Kinderbücher. Die  „Fotofalle 3“  stellt Leben und Werk von Yolla Niclas umfassend vor und präsentiert erstmals ihren autobiographischen Text „Begegnung mit Alfred Döblin“. Er enthält sechs bislang unveröffentlichte Briefe Alfred Döblins und stellt für den Leser des Berliner Autors eine Quelle ersten Ranges dar.

Yolla Niclas: Porträt eines somalischen Mädchens (um 1932)

Vorgestellt in:

Fotogeschichte 149/2018:

Wer war Yolla Niclas? Die außereheliche Geliebte Alfred Döblins. Damit war lange Zeit alles über sie gesagt. Aber die Frau war viel mehr, sie war, das zeigt Eckhardt Köhn in seiner sorgsam recherchierten Publikation, eine ausgezeichnete Fotografin, deren Lebensgeschichte und deren Bilder es wert sind, aus dem Schatten des großen Schriftstellers geholt zu werden.“

taz v. 31.10.2017:

“Als Niclas 1977 in Hartfort, Connecticut, stirbt, schreibt die Lokalpresse: „Yolla Niclas Sachs, the shy German-born photographer . . . died as she lived – quietly and without complaint. The pensive artist said recently, ‚there is nothing more I want to do than a good photograph‘ “. Das ist jetzt zu sehen in einem gut geschriebenen, sorgfältig recherchierten Forschungsbericht.“

Michael Bienert über die „Fotofalle 3“
http://text-der-stadt.blogspot.com/2017/10/yolla-niclas-und-alfred-doblin.html:

„Köhns Publikation in der Reihe „Fotofalle“ ist für Döblin-Liebhaber und -Forscher schon deshalb ein Muss, weil hier erstmals Niclas´ eigene Erinnerungen an ihre Freundschaft mit Döblin in Gänze nachzulesen sind; sie hatte das Manuskript noch zu Lebzeiten dem Deutschen Literaturarchiv anvertraut und bis 2005 gesperrt. Der Herausgeber Eckhardt Köhn zieht in seinem detektivischen Essay weitere Quellen und Werke Döblins heran, um dieser unauflösbaren Liebesbeziehung auf die Spur zu kommen.“

Andreas Mink in „Aufbau“, Nr. 1, 2019, 85. Jg:

„… dass gerade zu Fotografinnen noch viel Arbeit zu leisten ist. Hier hat der Frankfurter Kulturwissenschaftler Eckhardt Köhn mit seinem Buch ‚Yolla Niclas und Alfred Döblin‘ 2017 ein bahnbrechendes Buch vorgelegt.“

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